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Leerer Handyakku entscheidet über Leben und Tod

Das hört sich dramatisch an und das war’s dann auch, als am 19.6.02 die Künstler der Kinderoper
Piccolino aus Wien in unserer Schule gastierten. Für die Schüler der Klassen 4 bis 6 wurde eine
kindgemäße Bearbeitung des „Romeo und Julia“ Stoffes nach William Shakespeare dargeboten.

Angelehnt an die Ballettmusik von Sergej Prokofjew  wurde diese großartige Liebestragödie
auch untermalt  von aktuellen Melodien, die inspiriert von dieser Geschichte entstanden sind.
In rund einer Stunde erlebten die Kinder, wie durch den Tod der beiden Liebenden der so sinnlose,
wie unerbittliche Streit zweier Familien ein Ende fand. Die Geschichte dieses wohl berühmtesten Liebespaares,
deren Inhalt vermutlich jeder kennt, wurde dargestellt von drei Schauspielern, einigen Puppen
und einem schlichten aber immer passenden Bühnenhintergrund.

Ein Erzähler entführt die Zuschauer zunächst in die Zeit der Renaissance.
In verschiedene Rollen schlüpfend (Narr, Diener, Klosterbruder) verbindet er die einzelnen Szenen.
Darin wird die Handlung durch tänzerische Bewegung dargestellt. Die beiden Hauptpersonen sprechen nicht,
sondern drücken alles mit den Elementen des Balletts und in poesievollen Gesten aus.
Andere für die Handlung wichtige Personen teilen sich durch das Spiel von Stabpuppen mit.

Besonders gefallen hat hierbei den Schülern die Fechtszene, in der Mercutio, Romeos bester Freund,
von Tybalt, dem Neffen von Julia, erstochen wird. Als der Klosterbruder Lorenzo mit einem Trick
(er versetzt Julia mit einem Kräutertrank in einen 72-stündigen todesähnlichen Schlaf) den Liebenden
ihre Liebe retten will, zerstört er alles, weil es ihm nicht gelingt, Romeo rechtzeitig über den Plan zu informieren.
Dieser hatte Tybalt erschlagen und wurde dafür in eine andere Stadt verbannt.
                            
An dieser Stelle wird keck der Bogen zur Neuzeit gespannt, indem im Off hörbar wird, wie der Klosterbruder versucht,
Romeo über dessen Handy in den Plan einzuweihen. Da aber sein Akku leer ist, erreicht er ihn nicht und der ahnungslose
Romeo tötet sich aus Verzweiflung, als er die vermeintlich tote Julia  erblickt, welche, als sie endlich aus ihrem Tiefschlaf
erwacht, sich selbst meuchelt aus Schmerz über den Tod des Geliebten. Entsetzt über den sinnlosen Tod ihrer Kinder,
erkennen die verfeindeten Familien die Absurdität ihres gegenseitigen Hasses und beenden ihre Feindschaft.

Zum Schluss kehren wir zurück in unsere Zeit und begegnen zwei modernen Liebenden,
deren Glück nicht mehr solch tödlichen Bedrohungen ausgesetzt zu sein scheint.

Es war schön zu beobachten, wie aufmerksam und begeistert die Schüler dieser für sie doch ungewöhnlichen Form,
eine Geschichte darzubieten, folgten. Neben der faszinierenden  und spannenden Geschichte selbst war es sicher
die Art, wie die Truppe der Kinderoper Piccolino mit viel Spielfreude und Professionalität ihre Zuschauer ernst nahm,
teilweise immer wieder in die Handlung einbezog und so in ihre Theaterwelt entführte.

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