Im zwölften Jahrhundert zogen
zahllose Adlige und Ritter auf Zuraten der kirchlichen Herren ins Heilige
Land
zum Kampf gegen die Ungläubigen.
An einem solchen Kreuzzug beteiligte sich im Gefolge des
Herzogs Friedrich (dem späteren
Kaiser Barbarossa) auch Graf Berthold III von Eberstein.
Als Strafe für das Elend, das
sie bei diesen Kriegszügen über die armen Leute gebracht hatten,
fürchteten die
adligen Herren, im Jenseits unsägliche
Pein erleiden zu müssen. So war es ein beliebtes Ritual, nach der
Rückkehr,
eine Kapelle oder Kirche zu bauen
oder gar ein Kloster für sein Seelenheil zu stiften.
So tat es
auchGraf Berthold III von Eberstein und stiftete im Jahre 1149
in
Übereinstimmung
mit seiner Gattin Uta von Sinsheim das
Kloster Herrenalb.
Die ersten Mönche kamen aus Neuburg im Elsaß
ins abgeschiedene Albtal.
Sie gehörten zum Orden der Zisterzienser,
wie auch die Klöster Maulbronn,
Schöntal und Bebenhausen. Dieser maßgeblich
von Bernhard von Clairvauxbeeinflusste
Orden wollte das Klosterleben reformieren, im Sinne einer Befreiung
vom Luxus und überbetonten
Äußerlichkeiten. Sein Ziel war eine Rückbesinnung auf
die strengen Regeln des heiligen Benedikt
von Nursia.
Im Mittelpunkt des klösterlichen Lebens stand das Arbeiten und
das Beten (Ora et Labora).
Daneben waren unbedingter Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit Inhalte
des Gelübdes.
Die Mönche mussten ihre Gebäude selbst errichten, helfen
durften ihnen dabei nur die
klostereigenen Handwerker, die sogenannten Laienbrüder.
Diese Konversen waren nicht
so strengen Regeln unterworfen und hatten ihre besonderen Plätze
zum Essen, Schlafen
und Beten z.B. in der Vorkirche, dem Paradies.
Die erste Baustufe war um das Jahr 1175 beendet.
Alle Mönche waren einheitlich in lange weiße Kutten, die
Cuculla,
gekleidet, woher sich der Name
Alba Dominorum (die weißen
Herren) herleitet. Ihre Häupter hatten sie rasiert bis auf einen Haarkranz,
die Tonsur, der an die Dornenkrone Jesu erinnern sollte. Gebetet wurde
siebenmal am Tag,
gesprochen werden durfte eigentlich nie. War es nicht zu umgehen, so
durfte dies nur im
sogenannten Sprechraum, dem Auditorium, geschehen. Zum Essen
versammelten sich die
Mönche im Refektorium,
dem Speisesaaal. Die Nachtruhe dauerte bis 2 Uhr morgens und
wurde im gemeinsamen Schlafsaal, dem Dormitorium,
verbracht. Der einzige beheizbare
Raum im Kloster war das Kalefaktorium. Der
Kreuzgang
verband alle Gebäudeteile, so dass
die Mönche, um von einem in den anderen zu kommen, in ihrer inneren
Einkehr nicht gestört wurden.
In der Mönchsgemeinschaft, dem Konvent,
dem alle Mönche angehörten, gab es eine Rangordnung,
an deren Spitze der Abt stand.
Er leitete das Kloster und vertrat es nach außen. Sein Stellvertreter
war
der Prior, der vor allem für
die Einhaltung der inneren Ordnung im Kloster zu sorgen hatte. Ein wichtiges
Amt hatte der Zellarer, der Kellermeister. Er stand an der Spitze
der Laienbrüder und hatte die
Oberaufsicht über die Versorgung des Klosters. Einmal im Jahr
versammelten sich die Äbte aller
Zisterzienserklöster zum Generalkapitel im Mutterkloster
von Citeaux (bei Dijon).
Dort gefasste
Beschlüsse waren absolut bindend.