Angst ist ein schlechter Helfer

 

An insgesamt fünf Nachmittagen informierte Kriminalhauptkommissar a.D. Dieter Eichsteller die Schüler der Klassen 1 bis 5 unserer Schule und deren Eltern über die Gefahren des sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Seit der Referent im Polizeidienst mit den oft grausamen Vorkommnissen und dem großen Leid konfrontiert wurde, die mit sexuellem Missbrauch einhergehen, hat er es sich zur Aufgabe gemacht, über dieses wichtige Thema zu informieren. So zieht er unermüdlich durch die Grundschulen der Gemeinden Nordbadens , um Eltern und Kindern nachdrücklich und beeindruckend die Botschaft 
nahe zu bringen, dass wir den Tätern nicht hilflos ausgeliefert sind , was er auch in seiner Broschüre „Angst muss ich nicht haben“ verdeutlicht.

Durch faszinierenden Einsatz der Körpersprache, Gestik und Mimik zieht er die Zuhörer sogleich in seinen Bann, erzeugt eine Atmosphäre gespannter Aufmerksamkeit und bewirkt durch geschickte Modulation der Stimme, dass seine Zuhörer völlig in der Geschichte mitleben. Schnell wird ihnen klar, dass  man Menschen mit bösen Absichten nicht an Äußerlichkeiten erkennt und dass sie alle möglichen Tricks anwenden, um diese Absichten zu tarnen. In solch bedrohlichen Situationen kommt es darauf an, die Bedrohung zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Dazu gehört, sich nicht zu überschätzen, sich auf keine Diskussionen einzulassen, sich nicht weglocken zu lassen, nicht zaghaft aufzutreten, sondern ohne zu zögern, NEIN zu sagen, schnell wegzulaufen und mit einer Person seines Vertrauens darüber zu sprechen. Man will es gar nicht glauben, mit welch einfachen Lockmitteln die Täter ihre Opfer oft zu unbedachtem Handeln verführen können.
Besonders heikel wird es, wenn der Täter kein Fremder ist, sondern aus dem Umfeld des Kindes kommt, was es dann besonders schwierig macht, gleich böse Absichten zu vermuten. Hier sollte man hellwach werden, wenn man Geheimnisse bewahren soll, bei denen man sich nicht wohl fühlt.

Den Eltern verdeutlicht D. Eichsteller nachdrücklich, wie wichtig ein gut funktionierendes Elternhaus ist, wo Geborgenheit, Sicherheit, Liebe und Vertrauen die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl des Kindes stärken, so dass sie als Opfer  erst gar nicht ins Blickfeld der Täter gelangen, die sich eher an zaghafte, kleinmütige und ängstliche Kinder heranmachen. Eltern sollten ihre Kinder aufmerksam und interessiert beobachten und sich Zeit nehmen, um mit ihnen den Ablauf des Tages Revue passieren zu lassen. So merken sie, wenn sich Dinge oder das Verhalten unerklärlich verändern bzw. mit der körperlichen und seelischen Unversehrtheit etwas nicht stimmt.

Dermaßen wachgerüttelt und mit Hilfe des erworbenen Wissens können alle am Ende des Vortrages sich aktiv mit den angesprochenen Gefahren auseinandersetzen, ohne hilflos vor Angst erstarren zu müssen, denn Angst muss man nicht haben, wenn man weiß, wo seine Stärken liegen.

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